Unser Verein

Aus der Geschichte des Musik- u. Heimatvereins e.V. Zuzenhausen

Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen." Eduard Mörike, Altes Verslein

Wenn der Musik- und Heimatverein Zuzenhausen e.V. im Jahre 2001 auf sein 25-jähriges Bestehen zurückblicken konnte, war der Zeitpunkt gekommen, die Geschichte dieses Vereins einer etwas ausführlicheren Betrachtung zu unterziehen und diese für die Nachkommen festzuhalten. Auch galt es dabei zu bedenken, was schon der chinesische Philosoph Konfuzius sagte: „Erzähle mir die Vergangenheit, und ich werde die Zukunft erkennen."

Die Geburtsstunde
Die eigentliche Geburtsstunde des Vereins begann am 30. Januar 1976 im ehemaligen „Gasthaus zur Rose" mit der Gründungsversammlung. Zuvor fand bereits am 18. November 1975 ebenfalls im „Gasthaus zur Rose" eine Informationsveranstaltung statt. Die Initiative zur Gründung unseres Vereins ging von Helmut Stickel und Bürgermeister Otmar Butschbacher aus, der langjähriges aktives Mitglied des Evang. Posaunenchores Eschelbronn und von 1969 bis 1976 dessen Obmann war.
Zur Gründungsversammlung konnten 16 Personen begrüßt werden, die wie alle bis zum 31. 12.1976 dem Verein beigetretenen Personen als Gründungsmitglieder des Vereins geführt werden.

Der Name des Vereins
Bei der Gründungsversammlung wurde dem Verein nach eingehender Diskussion der Name „Musik- und Heimatverein e.V. Zuzenhausen" gegeben. Hintergrund dieser Namensgebung war unter anderem der Gedanke, dass auch die Heimatpflege Aufgabe des Vereins werden sollte, dies insbesondere auch im Hinblick auf die sich für das Jahr 1978 abzeichnenden Feierlichkeiten zur 1200-jährigen Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung der Gemeinde Zuzenhausen (778). Außerdem darf in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben, dass die Pflege der Volksmusik ein wesentlicher Bestandteil der Heimatpflege darstellt.
Zwischenzeitlich hat sich der Arbeitszweig Heimatpflege zu einer gesonderten Abteilung des Vereins entwickelt und sich zum 1. Juli 1999 eine eigene Abteilungssatzung gegeben.


Instrumentenbeschaffung und Dirigent
Eines der Hauptprobleme nach der Gründung des Vereins war verständlicherweise zunächst die Instrumentenbeschaffung. Dank der guten Kontakte zur Ortschaft Hoffenheim konnten aus dem Bestand der ehemaligen Feuerwehrkapelle Hoffenheim einige noch brauchbare Instrumente leihweise beschafft werden. Einige Mitglieder kauften sich neue bzw. gebrauchte Instrumente bzw. mieteten sie und der Verein konnte schließlich nach dem Vorhandensein eigener Finanzmittel ebenfalls einige gebrauchte Instrumente erwerben.
Die Beschaffung der für den Musikbetrieb notwendigen Instrumente und deren Finanzierung war ein Dauerthema in den kommenden Jahren und wird es auch in Zukunft sein. Dank großzügiger Spenden - teils einzelner Mitglieder - konnten als vereinseigene Instrumente beipielsweise eine Tuba, zwei Pauken, eine Lyra sowie für Veranstaltungen eine Verstärkeranlage mit Funkmikrofonen beschafft werden.
Unter diesen Voraussetzungen konnte bereits nach der Informationsveranstaltung im November 1975 mit der Ausbildung bzw. Probenarbeit begonnen werden. Schon damals war allen Mitgliedern klar, dass mit einem jährlichen Mitgliedsbeitrag von 12,00 DM trotz hoher Begeisterung auf Dauer keine Musikkapelle aufgebaut werden konnte. Der Opfer- und Spendenbereitschaft aller Mitglieder und vieler Bürgerinnen und Bürger aus Zuzenhausen ist es schließlich zu verdanken, dass bis heute immer wieder die notwendigen Mittel für Notenmaterial, Instrumente und Ausbildungskosten aufgebracht werden konnten.

Als erster Ausbilder und Dirigent konnte gegen eine bescheidene Aufwandsentschädigung Emil Becker aus Mauer (später Eschelbronn) gewonnen werden, der die Kapelle bis zum Jahre 1994 leitete, bis er aus gesundheitlichen Gründen diese Tätigkeit aufgeben musste. Herr Becker war aktives Mitglied des Musikvereins Mauer und betreute auch jahrelang die Turnerkapelle in Spechbach. Aus diesen Verbindungen bzw. Aktivitäten konnte auch unsere Kapelle ihren Nutzen ziehen z.B. durch die Mithilfe bei der Musikerausbildung, Mitwirkung bei Konzerten, Aushilfe bei Auftritten und vielen anderen Gelegenheiten.

Erste Auftritte und Veranstaltungen, Proben
Um dem neu gegründeten Verein eine - wenn auch bescheidene - finanzielle Grundlage zu verschaffen, entschloss sich der Vorstand, bereits im Gründungsjahr Veranstaltungen und als Beitrag zu einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit eigene Auftritte durchzuführen.

Am 1. Mai 1976 weckte die noch junge Kapelle mit einigen einfachen Maienliedern in morgendlicher Frühe die Bevölkerung aus Zuzenhausen aus ihrem Schlaf und machte damit vielen Mitbürgerinnen und Mitbürgern erst richtig bewusst, dass es nunmehr eine Musikkapelle in Zuzenhausen gibt. Dies war der erste öffentliche Auftritt der Kapelle. Dieses Maiblasen wurde einige Jahre weitergeführt, aber zwischenzeitlich aufgegeben, da die meist jugendlichen aktiven Mitglieder mit Eltern, Bekannten und Freunden ihre Maiausflüge machen wollten und daher die Kapelle am 1. Mai nicht mehr spielfähig war.

Am 30. Mai 1976 veranstaltete der Verein im Festzelt beim Sportplatz Etzwiese ein Musikfest, zu dem auswärtige Kapellen mit Musikvorträgen beitrugen. Das Festzelt wurde uns dankenswerter Weise aus einer vorangegangenen Veranstaltung vom Verein der Vogel- und Naturfreunde überlassen. Seit dieser Zeit besteht eine besonders gute Verbindung zu diesem Verein, was bis heute in gegenseitiger Unterstützung bei diversen Veranstaltungen zum Ausdruck kommt.

Im kath. Gemeindehaus fand am 13. November 1976 ein Volksmusikabend mit einer kurzen Theateraufführung statt. Bei dieser Veranstaltung wurden wir musikalisch vom Musikverein Gauangelloch unterstützt, zu dem in den Folgejahren gute Verbindungen bestanden. Weiter ist zu erwähnen, dass bereits im Gründungsjahr die Tradition aufgenommen wurde, die jährlichen Gedenkfeiern aus Anlass des Volkstrauertags musikalisch zu begleiten. In späteren Jahren hat sich der Evang. Posaunenchor Zuzenhausen bereit erklärt, diese Veranstaltung im jährlichen Wechsel mit der Kapelle des Musikvereins zu umrahmen.

Um den Kontakt zu den fördernden Mitgliedern zu intensivieren, wurde - sobald dies musikalisch möglich war - damit begonnen, bei runden Geburtstagen bzw. Jubiläen Ständchen zu spielen. Diese gute und für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins unverzichtbare Übung wird bis heute aufrecht erhalten und erfreut sich bei den Jubilaren großer Beliebtheit. Auch bei den Fronleichnamsprozessionen der kath. Kirchengemeinde wirkt die Kapelle seit vielen Jahren mit. Zur Einstimmung auf die Weihnachtsfeiertage spielt die Kapelle seit vielen Jahren am Heiligabend im Dorf an verschiedenen Stellen Weihnachtslieder. Dieses Weihnachtsliederblasen findet jeweils seinen Abschluss auf dem Friedhof.

Die wöchentlichen Musikproben fanden von Beginn an jeweils am Dienstagabend im Bürgersaal des Rathauses statt. Für den Einzelunterricht der Register wurden zeitweise auch weitere Räume des Rathauses in Anspruch genommen, da keine andere geeignete Räumlichkeiten für den Übungsbetrieb zur Verfügung standen. Nach der Renovierung des alten Schulhauses am Mühlweg und dessen Umnutzung als Dorfgemeinschaftshaus finden die Musikproben seit 21. 1. 1992 dort statt. Immer wieder nahmen Mitglieder der Kapelle auch an Lehrgängen an der Blasmusikakademie in Kürnbach (erstmals bereits im Jahre 1977) teil und konnten dort ihr musikalisches Können durch Ablegung der entsprechenden Prüfungen unter Beweis stellen.

Der Verein beantragte bereits im Gründungsjahr die Mitgliedschaft im damaligen Volksmusikerbund und ist seit 1. 5.1976 bis heute Mitglied im Kreisverband Rhein-Neckar e.V. des Blasmusikverbandes Baden-Württemberg.

Das Vereinsgeschehen bis zum 25-jährigen Jubiläum
Die weitgehend schwierigen Aufbaujahre unseres Vereins, die immer wieder von Unkenrufen Außenstehender begleitet waren, sind bei den heutigen Mitgliedern vermutlich schon fast vergessen, weshalb sie etwas ausführlicher nachgezeichnet werden sollen.

Wie in jedem Verein und im menschlichen Leben hat es immer wieder Höhen und Tiefen gegeben. Die Tiefen konnten dank des unermüdlichen Einsatzes der aktiven Mitglieder und der Opferbereitschaft der fördernden Mitglieder immer wieder überwunden werden und dies sollte auch in Zukunft immer wieder möglich sein.

Wenn man von etwas begeistert ist, kann man unbegrenzt arbeiten." C. N. Parkinson
"Es kommt im Leben alles darauf an, dass man nicht mutlos werde, sondern immer wieder anfange." George Herbert

„Ein Problem ist eine Chance, dein Bestes zu geben." Duke Ellington

Nachdem es der Kapelle gelungen war, relativ schnell ein eigenes und ansehnliches Repertoire an Blasmusikliteratur anzueignen, konnte man auch daran denken, jährlich eigene Konzerte zu veranstalten, um sich einer breiteren Öffentlichkeit darzustellen und um die Finanzen notwendigerweise aufzubessern. Das erste Konzert fand schließlich am 12. November 1977 im ehemaligen „Gasthaus zur Rose" statt, wobei der Musikverein aus Mauer noch eine gewisse musikalische Unterstützung leistete.

Aus Anlass der 1200-Jahrfeier der Gemeinde Zuzenhausen im Jahre 1978 wurde die Sendung „Klang und Sang aus Stadt und Land" am 22. April 1978 im Süddeutschen Rundfunk (heute Südwestrundfunk) aus unserer Gemeinde gesendet. Neben den anderen musikalischen Vereinen wirkte auch die Kapelle des Musik-und Heimatvereins, unterstützt von einigen auswärtigen Musikern, an der Gestaltung dieser Sendung mit. Man kann heute noch darauf stolz sein, dass der Verein bereits zwei Jahre nach seiner Gründung diesen Mut hatte. Die hierfür notwendige Probenarbeit und die Aufnahme dieser Sendung in der katholischen Kirche erforderten von den damaligen Aktiven der Kapelle höchste Konzentration und viel Engagement.

In diesen Jahren wurde auch die noch heute bestehende Tradition aufgenommen, bei den Feierlichkeiten zum Volkstrauertag und bei den Feiern der Erstkommunion musikalisch mitzuwirken. Zu einem etwas späteren Zeitpunkt wurden dann auch die Fronleichnamsprozessionen musikalisch begleitet.

Der Höhepunkt im Jahre 1978 war natürlich die Mitgestaltung der 1200-Jahr-feiervom 9. bis 12. Juni 1978, zu der zahlreiche Besucher aus Nah und Fern nach Zuzenhausen kamen, die sich unter anderem auch davon überzeugen konnten, dass zwischenzeitlich eine Musikkapelle im Dorf entstanden war.

Vom 2. bis 3. September 1978 besuchte uns noch die Jugendkapelle aus Hüttigweiler im Saarland, zu deren Dirigent unser Dirigent Emil Becker freundschaftliche Beziehungen hatte. Der Gegenbesuch im Saarland fand im darauffolgenden Jahr vom 1. bis 3. September statt. Seitdem sind die Beziehungen in das Saarland leider eingeschlafen.



Am 30. September 1979 fand in Ulm/Donau ein Tag der Bläserjugend des Volksmusikverbandes statt, an dem unsere noch junge Kapelle immerhin mit 43 Jugendlichen und acht erwachsenen Begleitpersonen teilnahm. Die Hinfahrt wurde zum Besuch des Museums für Urweltfunde in Holzmaden unterbrochen. Höhepunkt dieses Tages war der Gesamtchor auf dem Münsterplatz mit ca. 8000 jugendlichen Musikerinnen und Musikern. Dieser Tag hinterließ bei allen Teilnehmern einen tiefen Eindruck.

Ab dem Jahre 1978 war die Kapelle in der Lage, eigene Konzerte durchzuführen. Diese Konzerte wurden zunächst
jeweils im Herbst im „Gasthaus zur Rose" veranstaltet. Wegen des guten Besuchs dieser Konzerte und aufgrund des nicht optimalen Raumangebots in Zuzenhausen wurde am 8. März 1980 der Versuch unternommen, ein Frühjahrskonzert in der Gemeindehalle in Hoffenheim durchzuführen. Seit dem Jahre 1995 (erstmals am 8. April 1995) finden unsere immer gut besuchten Konzerte regelmäßig im Frühjahr statt, was sich gut bewährt hat. Die kurze Zeitspanne zwischen Ferienende und dem Zeitpunkt der Herbstkonzerte war für die Vorbereitung der immer anspruchsvoller werdenden Konzerte schließlich zu kurz. Zur Vorbereitung unserer Konzerte haben sich unsere Musikerinnen und Musiker ab dem Jahre 1997 zu Probewochenenden in die Blasmusikakademie nach Kürnbach bzw. einmal in den Ferien- und Erholungspark Hoher Darsberg begeben. Nach Fertigstellung der Turn- und Festhalle, an deren Einweihungsfeierlichkeiten am 29.1.1982 unsere Kapelle selbstverständlich ebenfalls mitwirkte, finden unsere Konzerte regelmäßig in diesen Räumlichkeiten statt.

Ab dem Jahre 1987 eröffnete sich die Möglichkeit im Hof des Schlosses Seehälde jeweils im August bzw. September ein nach dem dort vorhandenen Brunnen benanntes Schlossbrunnenfest zu veranstalten. Das erste Schlossbrunnenfest wurde am 16. August 1987 durchgeführt. Unsere Schlossbrunnenfeste erfreuten sich bei der Bevölkerung -und auch bei unserem Schatzmeister- immer großer Beliebtheit, da auch meistens das Wetter ein Einsehen mit uns hatte. In den Räumen des dortigen Bauhofs wurden Küche und Ausschank eingerichtet und im Hof spielten befreundete Kapellen zur Unterhaltung auf. Wegen des ab dem Jahre 1998 durchgeführten Dachsenfranzfestes und da die Räumlichkeiten nicht mehr zur Verfügung stehen, mussten leider die schon zur Tradition gewordenen Schlossbrunnenfeste aufgegeben werden. Nur zweimal musste das Schlossbrunnenfest wegen schlechter Witterung in die Turn- und Festhalle verlegt werden. Das 10-jährige Bestehen des Vereins konnte am 19. und 20. April 1986 in der Turn- und Festhalle mit einem Festabend und am Sonntag mit einem Freundschaftsblasen begangen werden.

Im Jahre 1989 nahm die Kapelle auch an einem vom Blasmusikverband veranstaltetem Wertungsspiel in der Festhalle in Reichartshausen teil. Dabei erreichte man in der Mittelstufe eine Wertung im 1. Rang. Der Verlauf des jährlichen Vereinsgeschehens war auch regelmäßig geprägt von Auftritten bei auswärtigen Vereinen und deren Veranstaltungen. Selbstverständlich war es auch immer wieder, dass die Kapelle an den Jubiläumsveranstaltungen örtlicher Vereine und Firmen sowie an sonstigen örtlichen Anlässen wie z.B. Kerweumzug, Maibaumaufsteliung, Dachsenfranzfest musikalisch mitwirkte und damit ihre Verbundenheit mit der Dorfgemeinschaft unter Beweis stellte.

Die neue Musikerkleidung
Beim 100-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Zuzenhausen (7. bis 10. Juni 1991) wurde gemeinsam mit dem Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Sinsheim der Große Zapfenstreich im Festzelt aufgeführt. Bei dieser Jubiläumsfeier trat die Kapelle auch erstmals öffentlich mit der neu beschafften Musikerkleidung (graue Jacke, schwarze Hose, weißes Hemd bzw. Bluse mit Kordel) auf. Von diesem denkwürdigen Tag wurde ein Erinnerungsfoto für die Vereinschronik gemacht.
Ein absoluter Höhepunkt für leider nur wenige Aktive war die gemeinsam mit der Turnerkapelle Spechbach erfolgte Teilnahme am Deutschen Turnfest in Berlin in der Zeit vom 31.5. bis 7. 6. 1987. Zusammen mit anderen teilnehmenden Gruppen waren wir in einer Gesamtschule in Berlin-Lankewitz auf Luftmatratzen und in Schlafsäcken unter anderem in den dortigen Musiksälen untergebracht Die gemeinsamen Auftritte mit anderen Kapellen des Badischen Turnerbundes und aus der ganzen Bundesrepublik waren für alle Teilnehmer ein großartiges Erlebnis. Besonders zu erwähnen sind hierbei der 4 km lange Marsch durch Berlin, das Platzkonzert vor dem Schöneberger Rathaus und die Schlussveranstaltung im Berliner Olympia-Stadion. Nicht unerwähnt bleiben darf dabei auch das touristische Beiprogramm mit einer Stadtrundfahrt und dem Besuch von Ostberlin, das damals noch durch die Mauer von Westberlin getrennt war.

Bereits zwei Jahre nach dem einwöchigen Berlinaufenthalt stand für den Verein ein anderes Großereignis auf dem Programm. An Pfingsten 1989 wurde von der Bundesvereinigung Deutscher Blasmusikverbände das 1. Deutsche Bundesmusikfest in Trier veranstaltet. Als einer der wenigen Vereine aus dem Rhein-Neckar-Kreis nahmen wir zusammen mit einigen Mitgliedern der Turnerkapelle Spechbach an dieser Großveranstaltung teil. Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Blasmusikverbände war seinerzeit Landwirtschaftsminister Gerhard Weiser aus Mauer, der es sich nicht nehmen ließ seiner Kapelle aus dem heimatlichen Kraichgau eine Getränkespende zu machen und kurze Zeit bei den Mitgliedern unserer Kapelle im Festzelt zu verweilen.

Der Blasmusikverband Rhein-Neckar organisierte am 25.11.1995 in unserer Turn- und Festhalle einen Dirigentenlehrgang, für den sich unsere Kapelle als Übungskapelle zur Verfügung stellte.

Das 20-jährige Bestehen des Vereins konnte am 1. und 2. Juni 1996 in der Turn-und Festhalle gefeiert werden.

Kameradschaftspflege
Bei allen musikalischen und sonstigen Aktivitäten des Vereins wurde in den zurückliegenden 25 Jahren aber auch die Kameradschaftspflege nicht vergessen. So führte der Verein mehr oder wenig regelmäßig Vereinsausflüge durch. Der erste Ausflug des noch jungen Vereins fand bereits am 13. August 1978 nach Adelsheim und Jagsthausen mit Besuch des Salzbergwerks in Kochendorf statt. Später folgten unter anderem Ausflüge in den Bayrischen Wald, an die Mosel, in die Fränkische Seenplatte, in die Pfalz und zur Burg Guttenberg statt. Neben den Ausflügen wurden zu Beginn der Sommerferien und auch bei anderen Gelegenheiten (z. B. Hochzeiten, Geburten) Grillfeste und sonstige Festivitäten zur Kameradschaftspflege veranstaltet. Im Herbst wird seit einigen Jahren im Anschluss an eine Musikprobe ein Zwiebelkuchenessen bei Neuem Wein durchgeführt.

Bedeutende personelle Veränderungen im Verein
Die schwierigen Aufbaujahre des Vereins sind längst vergessen. Nicht vergessen werden sollen die Mitglieder, die an den Aufbaujahren des Vereins aktiv mitgewirkt haben und das 25-jährige Jubiläum nicht mehr miterleben können. Im Jahre 1978 verstarb allzu früh der erste Schriftführer des Vereins Fred Siehl und hinterließ eine große Lücke. Ein tiefer Einschnitt im Vereinsgeschehen hinterließ auch der frühe Tod des ersten Schatzmeisters (Kassiers) Heinrich Beck im Jahre 1991 sowie der Dirigentenwechsel im Jahre 1994. Als Nachfolger für den ersten Dirigenten Emil Becker aus Mauer (später Eschelbronn) konnte relativ schnell Bernhard Laier aus Dielheim gewonnen werden, der seine erste Musikprobe am 12. April 1994 durchführte. Die Besetzung der Stelle des Schatzmeisters gestaltete sich weitaus schwieriger. Schließlich gelang es zur Mitgliederversammlung am 17. 3. 1992 mit Peter Hauk den Mitgliedern einen Nachfolger zur Wahl vorzuschlagen, der von den Mitgliedern einstimmig angenommen wurde. Peter Hauk kümmerte sich seit seiner Wahl nicht nur in vorbildlicher Weise um unsere Finanzen sondern hatte es sich aus eigenem Antrieb auch zur Aufgabe gemacht, neue fördernde Mitglieder zu gewinnen. Wie aus unserer Mitgliederstatistik ersichtlich ist, hat er es geschafft, die Zahl der passiven Mitglieder von 146 im Jahre 1992 auf 256 zum 31. 12. 2000 zu erhöhen. In dieser positiven Mitgliederentwicklung kommt auch die Wertschätzung unseres Vereins seitens der Bevölkerung zum Ausdruck, wofür wir uns auch auf diesem Wege recht herzlich bedanken möchten.

Ein weiterer Einschnitt war der Wechsel im Vorstand bei der Mitgliederversammlung am 18. Juni 1996. Nach 20 Jahren Vorstandstätigkeit legte Bürgermeister Otmar Butschbacher im Einvernehmen mit dem damaligen stellvertretenden Vorsitzenden Matthias Schmidt sein Amt in jüngere Hände. Herr Butschbacher wurde am 23. Juli 1996 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Matthias Schmidt, der seit 1990 stellvertretender Vorsitzender des Vereins war und bereits wichtige Funktionen innerhalb des Vereins wahrnahm, wurde von der Mitgliederversammlung einstimmig zum ersten Vorsitzenden gewählt. Als Stellvertreter stellte sich Erwin Backfisch zur Verfügung. Die weitere positive Entwicklung des Vereins in den Jahren 1990 bis zum Jahre 2000 ist in besonderem Maße auch Matthias Schmidt zu verdanken.

Leider musste der Verein im Jubiläumsjahr wieder mit einschneidenden Veränderungen leben. Aus persönlichen Gründen hat Matthias Schmidt zu Beginn des Jahres 2001 sein Amt zur Verfügung gestellt. Erwin Backfisch trat bei der Mitgliederversammlung am 2. März 2001 als stellvertretender Vorsitzender zurück. Als Nachfolger wurden am gleichen Tag Gregor Karrer als Vorsitzender und Holger Schmidt als stellvertretender Vorsitzender gewählt. Sie werden tatkräftig unterstützt von Rita Risch als Jugendleiterin, Heidi Branitsch als Schriftführerin, Peter Hauk als Schatzmeister, Simone Laier als Notenwartin und den Beisitzerinnen Sabine Bender und Bettina Hoffmann. Wir wünschen diesem jungen Vorstandsteam eine erfolgreiche Zusammenarbeit zum Wohle des Vereins in den kommenden Jahren. Ab 2004 übernahmen Sabine Bender als 1. Vorsitzende, Bettina Hoffmann als Stellvertreter und Thomas Kaiser als Schatzmeister neue Ämter in der Vorstandschaft.

Gründung einer Jugendkapelle
Im Jahre 1997 wurde mit dem Aufbau einer Jugendkapelle begonnen, um den Fortbestand des Vereins bzw. seiner Kapelle auch für die Zukunft zu sichern. Das Interesse an einer musikalischen Ausbildung an Blasinstrumenten war erfreulich und es konnten kompetente Ausbilder gewonnen werden. Als Jugendleiterin stellte sich dankenswerter Weise Rita Risch für diese wichtige Aufgabe zur Verfügung. Die erste Vorstellung der Jugendkapelle erfolgte am 25. 4. 1998 anläßlich des Frühjahrskonzerts mit 12 Jugendlichen. Die erfolgreiche Ausbildung konnten zwischenzeitlich viele Jungendliche abschliessen und in die Seniorenkapelle wechseln..

Der Chronist kann am Ende dieser Vereinsgeschichte mit Freude und Dankbarkeit feststellen, dass sich der Musik- und Heimatverein Zuzenhausen mit seinen Kapellen als wirtschaftlich gesund und musikalisch erfolgreich darstellt und aus dem Vereinsleben in Zuzenhausen nicht mehr wegzudenken ist. Der schwierige Weg konnte nur gemeistert werden, weil alle im Verein Freude an der Blasmusik haben, eine gute Kameradschaft pflegen und sich für die Dorfgemeinschaft einsetzen. So bleibt dem Chronisten schließlich noch die Pflicht, allen zu danken, die als aktive und fördernde Mitglieder, als Besucher unserer Veranstaltungen sowie mit Rat und Tat aber auch mit Geld- und Sachspenden unseren Verein bis heute in vielfältiger Weise unterstützt und gefördert haben.


Möge das 25-jährige Bestehen eine bedeutender Meilenstein in der Vereinsgeschichte und zugleich eine Verpflichtung sein, in der Gegenwart für die Zukunft weiter zu arbeiten, um das Erreichte für spätere Generationen zu erhalten. Die Geschichte der Abteilung „Heimatpflege" des Musik- und Heimatvereins Zuzenhausen wird in einem gesondertem Beitrag dargestellt.